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In der Schweiz unterscheidet man zwischen folgenden Arbeitsverträgen:
Einzelarbeitsvertrag, Gesamtarbeitsverträge und Normalarbeitsverträge.

Einzelarbeitsverträge
Der Einzelarbeitsvertrag regelt die Rechte und Pflichten von Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden. Er unterliegt keinen Formvorschriften und kann – mit Ausnahme des Lehrvertrags – auch mündlich abgeschlossen werden. Allerdings ist es für beide Seiten von Vorteil, wenn ein schriftlicher Vertrag erstellt wird. Sonderregelungen wie z.B. ein Konkurrenzverbot oder Überstundenregelung müssen in einem schriftlichen Arbeitsvertrag festgehalten werden. Man unterscheidet zwischen dem befristeten (Kündigung mit Ablauf der Frist) und dem unbefristeten (Beendigung durch Kündigung) Arbeitsvertrag.

Gesamtarbeitsverträge
Abgeschlossen wird ein Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden. Darin definieren die Sozialpartner die Minimalbestimmungen (z.B. Minimallohn), die von den Einzelarbeitsverträgen nicht unterschritten werden dürfen. Man unterscheidet zwischen allgemein verbindlichen (branchenspezifisch) und nicht allgemein verbindlichen GAV (nur für Verbandsmitglieder).

Normalarbeitsverträge
Normalarbeitsverträge (NAV) sind Erlasse des Bundes oder der Kantone. Sie können bei wiederholter Lohnunterbietung in Branchen, wo es keine GAV gibt (z.B. Landwirtschaft, Hauswirtschaft), NAV mit zwingenden Bestimmungen zu Mindestlöhnen, Arbeitszeiten, Sozialleistungen und Ferien erlassen. Diese NAV gelten für die ganze Branche und dürfen nur zugunsten der Arbeitnehmenden abgeändert werden.

18.03.2015

 

Nach der Aufgabe des Mindestkurses am 15. Januar schien die Schweizer Wirtschaft wie gelähmt. Doch der Schockzustand dauerte nur kurz: Personalkürzungen, Lohnsenkungen oder eine Verlängerung der Arbeitszeit – im ganzen Land sind Firmen dabei, ihre Produktivität nach oben zu schrauben oder ins Ausland zu verlagern.
Wie eine Umfrage ergab, hat mehr als jeder fünfte Schweizer Arbeitgeber (22 Prozent) bereits erste Sparmassnahmen umgesetzt. 15 Prozent teilten mit, dass Massnahmen immerhin schon angekündigt wurden. Und fast jeder vierte Umfrageteilnehmer gab ab, entsprechende Einschnitte für die Zukunft noch zu erwarten. Lediglich 40 Prozent sehen sich überhaupt nicht betroffen.
Immer deutlicher kristallisiert sich dabei heraus, dass die Schweizer Industrie stark auf die Verlängerung von Arbeitszeiten setzt – womöglich eher noch als auf Lohneinschnitte. Nach offiziellen Zahlen liegt die übliche wöchentliche Arbeitszeit in Schweizer Betrieben seit über einer Dekade bei rund 41,7 Stunden – in der Landwirtschaft ist sie etwas höher, in der Industrie leicht niedriger. Faktisch arbeiten die Schweizerinnen und Schweizer also ohnehin schon mehr als die oft vereinbarten 40 Stunden. Gut möglich, dass die Statistiken dereinst für 2015 erstmals wieder einen klaren Anstieg zeigen werden. In einem halben Jahr oder Ende 2015 wird geprüft, ob die Massnahme den gewünschten Erfolg gebracht hat.

03.03.2015