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In der Schweiz gibt es 26 Sozialhilfegesetze – für Laien ein fast undurchdringlicher Dschungel von Regeln und Vorschriften. Das Abc der Sozialhilfe liefert hilfreiche Erklärungen.
In der Schweiz muss niemand betteln. Wer zu wenig oder gar nichts verdient, hat Anspruch auf einen Pauschalbetrag für Essen, Kleider und andere Anschaffungen, den sogenannten Grundbedarf.

VON WALTER NOSER UND CORINNE STREBELAKTUALISIERT AM 29. MÄRZ 2018
Über 270’000 Menschen beziehen in der Schweiz Sozialhilfe. Das Thema polarisiert, immer wieder steht die Sozialhilfe im Kreuzfeuer. So wurde schon behauptet, Sozialarbeiter würden mit betrügerischen Klienten unter einer Decke stecken. Andere monieren, Sozialhilfeempfänger müssten am Hungertuch nagen.
Mit plakativen Thesen und fetten Schlagzeilen ist jedoch niemandem geholfen – nur mit sachlichen Informationen. Lesen Sie dazu unser Abc der Sozialhilfe.

A wie Auto Sozialhilfebezüger fahren nicht mit dem Mercedes beim Amt vor. Die Sozialhilfe finanziert keine Autos – es sei denn, man ist aus gesundheitlichen Gründen auf das Auto angewiesen oder man ist erwerbstätig und kann den Arbeitsort nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. In einem solchen Fall können Benzin- und Versicherungskosten bezahlt werden.

B wie Beschwerde Sozialhilfebezüger haben Rechte wie alle anderen Bürger, die mit Behörden zu tun haben: Deren Entscheide müssen schriftlich abgegeben werden und können innerhalb der kantonalen Fristen bei einer übergeordneten Behörde oder einer Beschwerdeinstanz angefochten werden. Ein Anwalt ist dazu nicht zwingend nötig.

C wie CH-Bürger Anspruchsberechtigte Ausländer sind weder besser- noch schlechter gestellt als Schweizer. Nicht alle Ausländer haben Anspruch auf Sozialhilfe. So erhalten Asylsuchende und vorläufig Aufgenommene rund 20 Prozent weniger. Abgewiesene Asylsuchende erhalten nur Nothilfe. Haben Ausländer aber Anspruch auf reguläre Sozialhilfe, erhalten sie weder mehr noch weniger als Schweizer.

D wie Datenschutz Mitarbeitende von Sozialämtern und -behörden haben Schweigepflicht und Berufsgeheimnis. Mit anderen Amtsstellen (etwa Steueramt, Polizei) dürfen Daten nur ausgetauscht werden, wenn es im Kanton eine gesetzliche Grundlage dafür gibt. Für Auskünfte von Ärzten, Vermietern oder Schulen ist die Zustimmung des Sozialhilfebezügers nötig, sofern das Sozial-hilfegesetz nichts anderes vorsieht.

E wie Existenzminimum In der Schweiz muss niemand betteln. Wer zu wenig oder gar nichts verdient, hat Anspruch auf einen Pauschalbetrag für Essen, Kleider und andere Anschaffungen, den sogenannten Grundbedarf und Existenzminimum. Was muss zum leben reichen. Für eine alleinstehende Person beträgt dieser in vielen Kantonen 986 Franken (in einigen weniger) und wird je nach Anzahl der unterstützten Haushaltsmitglieder mit einem Multiplikator hochgerechnet. Dazu kommen die Wohnungskosten im ortsüblichen Rahmen und die medizinische Grundversorgung. Aus wirtschaftlichen, familiären oder gesundheitlichen Gründen können situationsbedingte Leistungen hinzukommen, etwa Hortkosten oder Auslagen im Zusammenhang mit einer Erwerbstätigkeit.

F wie Ferien Wer grosse Eigenleistungen erbringt oder langfristig unterstützt werden muss, soll auch einmal ausspannen dürfen. Wer verreisen möchte, braucht aber die Zustimmung des Sozialamtes. Ferien und Erholung werden in aller Regel trotzdem nicht von der Sozialhilfe bezahlt. Private Fonds und Stiftungen übernehmen bisweilen die Kosten.

G wie Grundeigentum Es kommt nicht darauf an, ob man Vermögen im Portemonnaie, als Aktien oder als Grundeigentum hat: Wer Vermögen hat, kann nicht Sozialhilfe beziehen. Ausnahme: Wer günstiger im eigenen Haus als in einer Mietwohnung wohnt, soll sein Haus nicht verkaufen müssen,

H wie Haustiere Sozialhilfe sichert nur die Existenz von Personen. Die Kosten für Haustiere sind mit dem Grundbedarf zu bezahlen.

I wie Integration Auch von der Sozialhilfe unterstützte Personen sollen am wirtschaftlichen und sozialen Leben teilnehmen können. In fast allen kantonalen Sozialhilfegesetzen steht denn auch, dass die berufliche und soziale Integration gefördert werden soll. Die Kosten für Sprachunterricht oder berufliche Wiedereingliederung sind deshalb gut investiertes Geld. Wer sich weigert, hat mit Sanktionen zu rechnen. Wer sich hingegen bemüht, kann mit Integrationszulagen belohnt werden.

J wie Junge Erwachsene Als junge Erwachsene gelten in der Sozialhilfe alle Menschen zwischen dem vollendeten 18. und dem 25. Lebensjahr. Bei ihnen steht die Integration ins Berufsleben im Vordergrund. Von ihnen wird verlangt, dass sie entweder bei den Eltern oder in einem günstigen WG Zimmer wohnen. Eine eigene Wohnung wird nur in Ausnahmefällen finanziert.

K wie Kürzungen Wer seinen Pflichten nicht nachkommt, sich nicht um eine Verbesserung seiner Situation bemüht oder mit falschen Angaben operiert, hat mit Leistungskürzungen bis zu 30 Prozent zu rechnen; in Einzelfällen können gar sämtliche Leistungen eingestellt werden. Solche Entscheide sind in einer Verfügung schriftlich zu begründen und müssen eine Einsprachemöglichkeit enthalten.

L wie Lebensgemeinschaft Wer ohne Trauschein zusammenlebt, ist eigentlich nicht verpflichtet, den Partner oder die Partnerin zu unterstützen.  Konkubinat ( Fairer Deal für Paare). Lebt ein Paar jedoch in einem stabilen Konkubinat und wird nur eine Person unterstützt, werden Einkommen und Vermögen des anderen angemessen berücksichtigt.

M wie Missbrauch Was als Missbrauch gilt, regelt Art. 148a des Strafgesetzbuches. Missbrauch kommt aber weniger oft vor, als uns fette Schlagzeilen glauben machen wollen: Die Missbrauchs-quote beträgt (von Experten geschätzt) ein bis maximal zwei Prozent. Das macht das Ganze freilich nicht besser: Missbrauch muss bekämpft werden.

N wie Nothilfe Gemäss unserer Verfassung haben alle Menschen im Land das Recht auf Hilfe, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. Auch illegal in der Schweiz anwesende Ausländer bekommen deshalb Nahrung, Kleidung, ein Dach über dem Kopf und medizinische Grundversorgung. Nothilfe ist nicht Sozialhilfe: Nothilfe kann in Form von Naturalleistungen erbracht werden.

O wie Organisation Wie und ob jemand unterstützt wird, liegt nicht im Ermessen der Sozialarbeiter. Entscheide werden immer von den Behörden gefällt, die sich wiederum an die gesetzlichen Grund-lagen zu halten haben.

P wie Pflichten Die wichtigsten Pflichten eines Sozialhilfebezügers sind Auskunfts- und Mit-wirkungspflicht: Ersteres heisst, dass vollständig und wahrheitsgetreu Auskunft gegeben werden muss über Einkommen, Vermögen sowie Arbeits- und Familienverhältnisse. Letzteres bedeutet, dass man alles in seiner Kraft Liegende tun muss, um wieder auf eigenen Beinen stehen zu können.

Q wie Qualität Sozialhilfe muss sich durch hohe Qualität auszeichnen. Das heisst nicht, dass die Unterstützungsbeträge möglichst hoch sein sollen. Die Qualität der Sozialhilfe kann gemessen werden, wenn sie wirksam und wirtschaftlich und im Verhältnis mit den aufgewendeten Mitteln wirkungsvoll ist.

R wie Rückerstattung Sozialhilfe ist kein Geschenk. In allen Kantonen müssen Sozialhilfe-leistungen, die jemand illegal bezogen hat, zurückbezahlt werden. Aber auch rechtmässig bezogene Sozialhilfe muss zurückbezahlt werden. Sozialhilfe zurückzahlen nach Stellenantritt? In einigen Kantonen kommt die Rückerstattung nur zum Tragen, wenn eine ehemals sozialhilfebeziehende Person dank Erbschaft oder Lotteriegewinn zu Vermögen gekommen ist. In vielen Kantonen müssen aber auch aus einem späteren Einkommen Sozialhilfeleistungen zurückbezahlt werden. In allen Kantonen verjährt diese Pflicht aber zwischen fünf und 20 Jahren nach dem letzten Bezug.

S wie Subsidiarität Einer der wichtigsten Begriffe in der Sozialhilfe. Diese wird prinzipiell nur subsidiär ausgerichtet. Das bedeutet: Nur wenn man sich nicht selber helfen kann und Hilfe von dritter Seite nicht oder nicht rechtzeitig erhältlich ist, gibt es Sozialhilfe. Sämtliche Einkünfte und Vermögen sind als eigener Beitrag ans Existenzminimum anzusehen.

T wie Teuerung 2009 fällte der Vorstand der SKOS in Absprache mit der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) einen Grundsatzentscheid, nach dem die Anpassung des Grundbedarfs zeitgleich erfolgen soll wie die Teuerungsanpassung der Ergänzungs-leistungen (EL) zu AHV und IV, sofern sie über 0,5 Prozent beträgt. Ob der Teuerungsausgleich tatsächlich übernommen wird, entscheiden die Kantone. Die meisten Kantone folgen allerdings den Vorschlägen der SKOS.

U wie Unterhaltsbeiträge Wer Unterhaltsbeiträge (Alimente) nicht bezahlen kann oder nicht bekommt, erhält diese nicht in Form von Sozialhilfe. Alimentenschuldnern werden die Beträge weder bevorschusst noch bezahlt, sie riskieren eine Betreibung. Wem Alimente zustehen, kann in den meisten Fällen Alimentenbevorschussung beantragen.

V wie Verwandtenunterstützung Wird jemand mit Sozialhilfe unterstützt, werden Angehörige in gerader Linie (darunter versteht man Grosseltern, Eltern, Kinder Enkel) und Unterstützungspflichtig. Verwandtenunterstützung: Muss ich den Vater unterstützen? Sofern sie in «günstigen Verhält-nissen» leben, wie es im Zivilgesetzbuch heisst, sind Sie je nachdem Unterstützungspflichtig. Es empfiehlt sich, die geforderten Unterlagen einzureichen, sich genau über sein Recht zu informieren und mit dem Amt auszuhandeln, ob und mit welchem Betrag man unterstützen könnte. Die Sozial-behörde kann nicht in Eigenregie die Höhe der Unterstützung festlegen. Kommt keine Einigung zu Stande, muss die Sozialbehörde die Unterstützung vor Gericht einklagen.

W wie Wohnkosten Die Sozialhilfe bezahlt die Miete im sogenannt ortsüblichen Rahmen. Wie hoch das ist, ist von Ort zu Ort verschieden. Bewohnt eine sozialhilfebeziehende Person eine zu teure Wohnung, kann die Sozialbehörde verlangen, dass sie sich eine günstigere Wohnung sucht. Bis eine günstigere Wohnung gefunden wird, müssen die überhöhten Wohnkosten aber bezahlt werden (siehe auch «G wie Grundeigentum»).

Z wie Zuwendungen Ausser den üblichen Gelegenheitsgeschenken sind alle Zuwendungen Dritter als Einnahmen zu betrachten. Ein Zustupf wird vom berechneten Existenzminimum in Abzug gebracht (siehe auch «S wie Subsidiarität»).

Hauptquelle: Beobachter 2018

Wenn eine Mitarbeiterin in der Firma X arbeitet, ihren Arbeitsvertrag aber mit dem Stellenvermittler Y abgeschlossen hat und von ihm den Lohn erhält, dann ist das Temporärarbeit.

Eine solche Dreiecks-Konstellation kann aus verschiedenen Gründen Sinn machen: Die Firma X möchte sich auf ihr Kernbusiness fokussieren und lagert deshalb HR-Aufgaben aus. Oder: Die Firma X hat dringenden Bedarf nach einer Fachkraft und kann diese selber nicht so rasch finden. Auch möglich: Die Firma X sucht nach flexiblen Arbeitsmodellen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu halten.

Im Dreiecks-Setting tragen die Temporärfirmen die volle Arbeitgeberverantwortung. Der gesetzliche Rahmen ist für flexible Arbeitsformen allerdings (noch) nicht geeignet. Im direktdemokratisch-föderalistischen System der Schweiz benötigt die Weiterentwicklung von Gesetzen bekanntlich viel Zeit. Entsprechend atmet die aktuelle Arbeitsmarktgesetzgebung teilweise noch den Geist des Industriezeitalters. Die Temporärbranche hat deshalb eigene Lösungsansätze entwickelt, um die soziale Absicherung der Temoprärarbeitenden zu gewährleisten. Diese Lösungen fügen sich gut in das System von Gesetzen und sozialpartnerschaftlichen Vereinbarungen ein. Dies bedingte jahrelanges Austarieren mit allen Betroffenen.

Kurzum: Temporärfirmen sind verlässliche Arbeitgeber und stehen für einen klar geregelten und fairen Temporärarbeitsmarkt ein.

Resultat ist ein differenzierter Gesamtarbeitsvertrag Personalverleih, der Standards wie zum Beispiel Mindestlöhne aus den Branchen übernimmt, in denen die Temporärarbeitenden eingesetzt sind, und diese mit eigenen, darüber hinausgehenden Leistungen ergänzt. Wie zum Beispiel mit einer Weiterbildungsförderung: Wer temporär arbeitet, hat bereits nach zwei Monaten Anspruch auf bis zu 4‘000 Franken für eine berufliche Weiterbildung.

Resultat ist auch ein spezifisches Pensionskassen-System, das den Koordinationsabzug auf die Stunde berechnet, so dass Temporärarbeitende – auch bei kürzeren Engagements – ab der ersten Stunde versichert werden können.

Grundquelle HR Today

Die Zahl der registrierten Arbeitslosen in der Schweiz ist seit dem Franken-Schock um rund 12 000 gestiegen. Dies dürfte aber den Währungseffekt noch deutlich unterschätzen.
Es hätte weit schlimmer kommen können. Das ist der erste Eindruck der neusten Daten zum Schweizer Arbeitsmarkt zwei Jahre nach dem Franken-Schock vom Januar 2015. Im Dezember 2016 waren 12 000 Arbeitslose mehr registriert als zwei Jahre zuvor. Dieser Anstieg ist unerfreulich, aber deutlich geringer, als man damals hätte befürchten können. Die Arbeitslosenquote stieg seit Dezember 2014 «nur» von 3,3% auf 3,5%. Boris Zürcher, der Arbeitsmarktchef des Bundes, lobte am Dienstag vor den Medien in Bern die Widerstandsfähigkeit des Schweizer Arbeitsmarkts. An Widerständen hat es in den letzten Jahren nicht gefehlt: Zuerst kam die Finanzkrise ab 2008 mit der Rezession 2009, dann die massive Franken-Verteuerung bis zur Festlegung der Kursobergrenze im September 2011, und im Januar 2015 zog die Nationalbank den Deckel wieder weg, was den Frankenkurs erneut drastisch in die Höhe trieb.

Rund 30 000 Erwerbslose mehr
Zurzeit ist der Franken gegenüber einem Korb von Fremdwährungen real (bereinigt um die Inflationsdifferenzen) noch etwa 6% teurer als im Dezember 2014. Das schmerzt vor allem jene Sektoren, die internationale Konkurrenz spüren, wie etwa die Exportindustrie, den Tourismus und auch Teile des Detailhandels. Die Schweizer Löhne liessen sich derweil kaum senken, was den Druck auf andere Massnahmen erhöhte. Rationalisierungen, Margenverzicht, Ausweichen auf ausländische Zulieferer und Produktionsverlagerungen waren gängige Stichworte.
Das hat am Arbeitsmarkt stärkere Spuren hinterlassen, als die Daten über die registrierten Arbeitslosen andeuten. Gemessen an einer breiteren Statistik, die auf Basis von Befragungen auch nichtregistrierte Arbeitslose wie etwa die Ausgesteuerten enthält, ist die Erwerbslosenquote seit dem 4. Quartal 2014 von 4,1% auf 4,8% gestiegen, was einer Zunahme von rund 30 000 Personen entspricht. Im gleichen Zeitraum ist die Erwerbslosenquote eines Korbs von fünf Vergleichsländern (Deutschland, Dänemark, Luxemburg, Niederlande, Österreich) im Mittel von 6% auf 5,8% gesunken. Die Erwerbslosenquote beruht auf international einheitlichen Definitionen, hat aber auch ihre Tücken; so kommt zum Beispiel Deutschland mit seinen vielen «Mini-Jobs» statistisch eher «zu gut» weg, weil auch schon Kleinsteinkommen genügen, um aus der Erwerbslosenstatistik zu verschwinden.
Die relativ ungünstige Tendenz der Schweiz am Arbeitsmarkt in den letzten Jahren kann auch noch andere Gründe haben als den Franken-Schock – zum Beispiel die Unsicherheit über das Verhältnis zu Europa oder die Probleme des Finanzsektors. Dennoch liesse sich mutmassen, dass der Franken-Schock bisher vielleicht 20 000 oder gar mehr zusätzliche Erwerbslose «produziert» hat. Gemäss den Prognosen der Bundesökonomen ist das Schlimmste überstanden; für 2017/18 ist demnach eher mit einer leichten Abnahme der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Eine weit offene Frage bleibt aber, ob die Arbeitslosigkeit noch längere Zeit auf einem höheren Niveau bleibt, als sie es in einem Szenario ohne Franken-Schock gewesen wäre.
Nebst dem Niveau der Arbeitslosigkeit ist auch deren Dynamik bedeutend. Wenn zum Beispiel 20 000 Menschen je einen Monat arbeitslos sind, erscheint dies weniger «schlimm», als wenn 1000 Menschen je zwanzig Monate lange arbeitslos sind. 2016 belief sich die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit auf 6,6 Monate, bei den über 50-Jährigen waren es 9 Monate. Einschliesslich der nichtregistrierten Ausgesteuerten dürfte die effektive Dauer im Mittel noch ein Stück länger sein. Immerhin zeigen die Daten von 2016, dass die Hälfte aller Arbeitslosen weniger als 4,3 Monate arbeitslos war.

Einwanderung als «Puffer»
Bundesökonom Boris Zürcher begründet die Widerstandskraft des Arbeitsmarkts mit dem hohen Anteil von eher wenig konjunktursensiblen Dienstleistungen, dem hohen Bildungsstand der Bevölkerung, der starken Bereitschaft zur Anpassung an den Strukturwandel, dem Druck auf Stellensuchenden und der «Pufferfunktion der Zuwanderung».
Mit der schwächelnden Wirtschaft ist die Einwanderung zurückgegangen. Laut den Daten des Bundes für Januar bis November 2016 ist heuer mit einem Rückgang der Nettoeinwanderung um rund 20% zu rechnen, womit die Nettoeinwanderung auf etwa 55 000 fallen könnte. Das wäre ein erheblicher Rückgang im Vergleich zu jenen viel zitierten 80 000, die im Vorfeld der Volksabstimmung von 2014 über die Einwanderung als typische Grössenordnung galt.

Quelle: Hansueli Schöchli 10.1.2017

Nicht nur mit den passenden Qualifikationen lassen sich Personaler beeindrucken, sondern auch mit dem Aussehen. Attraktive Angestellte erhalten zudem mehr Gehalt.

Auf das Aussehen kommt es an. So lassen sich die Ergebnisse einer neuen Umfrage unter Führungskräften ganz kurz zusammenfassen. Gemäss der Erhebung des Zuger Personalvermittlers Goldwyn Partners Group waren 84 Prozent der Meinung, dass «schöne» Menschen eher oder sicher bei der Personalauswahl bevorzugt werden. Rund 80 Prozent der Teilnehmer denken zudem, dass das Bild auf dem Lebenslauf darüber entscheidet, wie aufmerksam oder wohlwollend dieser gelesen wird.

Auch die Frage nach der Einschätzung, ob es für die meisten Personalverantwortlichen relevant sei, dass das Bild mit der angestrebten Rolle übereinstimmt, führte zu einem klaren Resultat: 78 Prozent der Befragten bejahten das. Sie denken also, dass jemand, der sich für eine Stelle als Buchhalter bewirbt, bessere Chancen hat, wenn er wie ein Buchhalter aussieht. Die Umfrageergebnisse stützen sich auf die Antworten von insgesamt 609 Führungskräften, wobei 71 Prozent Männer sind. Gemäss Goldwyn Partners Group würden sich die Ergebnisse aber zwischen den Geschlechtern und verschiedenen Alterskategorien nicht wesentlich unterscheiden.

Quelle 02.01.207 / 20 min / Arbeitsmarkt

Probearbeiten: Das sind Ihre Rechte

Lässt ein Betrieb Kandidaten im Rahmen eines Probetages arbeiten, so muss er sie für ihren Einsatz entschädigen.
Ausgenommen sind sogenannte Schnuppertage, bei denen es nur ums Kennenlernen des Betriebes geht, der Kandidat aber keine Arbeiten verrichten muss.
Wurde die Höhe der Entschädigung nicht vereinbart, so muss der Betrieb einem Kandidaten einen Orts- und branchenüblichen Lohn bezahlen.
Will der Arbeitgeber für den Probetag nichts oder nur die Spesen bezahlen, muss er dies dem Kandidaten im Voraus mitteilen. Ohne eine ausdrückliche Vereinbarung kann der Kandidat eine Entschädigung verlangen.
Verunfallt ein Kandidat an einem Probetag, so ist die Unfallversicherung des Betriebes zuständig. Diese gilt auch für den Fall, dass der Angestellte keine Entschädigung bekommen hat.
Anders beim Schnuppertag: Dort ist die Nichtbetriebsunfallversicherung des aktuellen Arbeitgebers zuständig oder die Unfallversicherung der Krankenkasse.

Quelle Kassenstutz / SRF

Vor 20 Jahren waren es noch drei von fünf. Nach wie vor arbeiten die meisten Mütter Teilzeit. Aber auch jeder zehnte Vater hat mittlerweile das Pensum reduziert.
Vier von fünf Müttern sind berufstätig, knapp zwei Drittel in einem Teilzeitpensum. Zwischen 1995 und 2015 hat sich der Anteil der nicht berufstätigen Mütter mit Kindern unter 25 Jahren im Haus beinahe halbiert, von knapp 39 auf gut 20 Prozent. Das zeigen Zahlen zur Erwerbsbeteiligung von Mann und Frau, die am Dienstag vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlicht wurden.
Dass Mütter vermehrt erwerbstätig sind, führt das BFS unter anderem darauf zurück, dass ein einziger Lohn immer häufiger für eine Familie nicht mehr reicht. Zudem verfügten Frauen über immer bessere Ausbildungen und wollten wegen der Kinder nicht gänzlich auf den Beruf verzichten.
Fast 63 Prozent der Mütter hatten letztes Jahr eine Teilzeitstelle. 1995 waren es 44 Prozent. Besonders wenn kleine Kinder im Haushalt sind, arbeiten Mütter eher mit einem Pensum unter 50 Prozent. Alleinstehende Mütter sind nicht nur öfter erwerbstätig als solche mit einem Partner, sondern auch eher mit einem höheren Beschäftigungsgrad.

Der Anteil der Mütter, die gleichzeitig einen Haushalt mit Kindern unter 25 und einen Vollzeitjob hatten, lag 2015 unverändert bei 17 Prozent. Von den Vätern mit Kindern im selben Alter waren letztes Jahr noch 85 Prozent vollzeitbeschäftigt, gegenüber 95 Prozent im Jahr 1995.

Zunahme der Teilzeitarbeit auch bei Männern.
Der Anteil teilzeiterwerbstätiger Väter nahm gemäss den Daten der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung im selben Zeitraum von rund 3 auf fast 11 Prozent zu. Fast doppelt so viele Väter wie 1995 gingen gar keinem Broterwerb nach, nämlich gut 4 Prozent.

Quelle: HR Today 24.05.2016

Dienstleistungen für Gemeinden & Sozialämter

Wir, die BPS, bieten für Gemeinden und Sozialämter Unterstützung für Klienten bei Wiedereingliederungsmassnahmen an. Bei uns finden Sie als Auftraggeber ein ganzes Paket für die Wiedereingliederung der Klienten, wie auch einzelne Module, die gebucht werden können.

Vom Kanton Baselland akkreditiert.

Wie schon im Februar ist die Arbeitslosenquote in der Schweiz auch im März leicht zurückgegangen. Sie sank gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. Bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) waren 6093 Personen weniger eingeschrieben. Im Vorjahresvergleich sind mehr Personen beim RAV registriert.

Die Zahl der bei den RAV registrierten Personen betrug Ende März 155’324. Im Vorjahresvergleich erhöhte sich die Arbeitslosigkeit damit um 10’216 Personen (+7,0 Prozent), wie aus den Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft vom Freitag hervorgeht.

Überdurchschnittlich stark ging die Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen zurück. Die Quote bei den 15- bis 24-jährigen sank von Februar auf März um 0,2 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. In absoluten Zahlen entspricht dies einem Rückgang um 1584 Personen (-7,7 Prozent) gegenüber Februar. Im Vorjahresvergleich nahm die Jugendarbeitslosigkeit dagegen leicht um 706 Personen zu (+3,6 Prozent).

 

Die Zahl der Erwerbstätigen liegt bei etwas mehr als fünf Millionen. Zum Anstieg beigetragen haben vor allem Grenzgänger, Ausländer und Frauen.

Die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen stieg um 0,7 Prozent, während der Zuwachs bei den Männern nur 0,4 Prozent betrug. (Bild: 123RF)Neuenburg (sda). 5,004 Millionen Erwerbstätige zählte die Schweiz im vierten Quartal des vergangenen Jahres. Das ist ein halbes Prozent mehr als vor einem Jahr – und neuer Rekord, wie eine Sprecherin des Bundesamtes für Statistik (BFS) am Donnerstag der SDA sagte.

Stark zum Anstieg beigetragen haben die Grenzgänger, die Ausländer und die Frauen, wie aus einer Mitteilung des BFS vom Donnerstag hervorgeht. Die Zahl der Grenzgänger stieg innerhalb eines Jahres um 3,8 Prozent.

Bei den in der Schweiz wohnhaften ausländischen Arbeitskräften stieg vor allem die Zahl jener mit einer befristeten Aufenthaltsbewilligung. Hier betrug der Anstieg innerhalb eines Jahres 2,5 Prozent. Um 2,1 Prozent stieg derweil die Zahl der ausländischen Erwerbstätigen mit unbefristeter Niederlassungsbewilligung. Rückläufig war hingegen die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung. Sie sank um 2,3 Prozent.

Häufiger erwerbstätig sind zudem die Frauen: Die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen stieg um 0,7 Prozent, während der Zuwachs bei den Männern nur 0,4 Prozent betrug.

Quelle: HR Today 18.02.2016

Mehr noch als in allen anderen Bereichen des Lebens gilt diese Weisheit für die Arbeitswelt. Wer fit bleiben will für den Arbeitsmarkt, muss sich deshalb ständig neu orientieren und ein Leben lang lernen.
Unsere Arbeitswelt ist geprägt vom steten Wandel. Neue Berufe tauchen auf, für die es weder Ausbildungen noch Abschlüsse und Ausweise gibt und traditionelle verschwinden. Neue Geschäftsmodelle entstehen, alte und mit ihnen die Arbeitsstellen werden überflüssig.

Auch die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen haben sich – nolens volens – von der Idee eines «Lebensberufs» verabschiedet. Das Ausschau-Halten nach neuen Betätigungsfeldern, Aufgaben und Positionen ist heute Alltag. Offen für Neues zu sein ist nicht nur für Arbeitslose und im Beruf unerfüllte oder unzufriedene Menschen, sondern auch für zufriedene Angestellte Pflicht.

Neuorientierung heisst dabei zuerst einmal sich selbst und seinen beruflichen Ist-Zustand zu analysieren. Welches sind meine Stärken und Schwächen? Was will ich? Wie zufrieden, erfüllt bin ich mit der gegenwärtigen Arbeitssituation? Welche Möglichkeiten habe ich?

Diese Analyse kann sich im stillen Kämmerlein vollziehen, zumal es genug Literatur und Informationen zum Thema gibt. Oftmals hilft aber auch der Beizug weiterer Personen, sei dies ein Freund, der Chef oder ein Berufs- und Laufbahnberater. Wichtig ist, sich für die Neuorientierung und Standortbestimmung Zeit zu nehmen, keine Angst zu haben, sich auch selbst in Frage zu stellen, und ergebnisoffen zu sein. Aufgrund dieser Selbstanalyse kann dann das weitere Vorgehen auf festem Fundament geplant werden, sei dies nun die Suche nach einer neuen Stelle, dem Karrieresprung in derselben Firma oder einer Weiterbildung. Bei uns haben Sie die Möglichkeit eine solche Standortbestimmung zu machen. Wir beraten Sie gerne.